Der mysteriöse Menhir von Kermore


Steinzeitquelle von Kermore / Morbihan
Eine Quelle die aus einer auffälligen Felsenformation entspringt weckt naturgemäß das Interesse, heutzutage genauso wie vor tausenden von Jahren. So finden sich dementsprechend auch Spuren der verschiedenen Zeitalter an der Quelle von Kermore.Einen Hinweis auf die megalithische Kultur geben die Werkzeuge und Feuersteinknollen aus Silex, die in Bereich des Quellbeckens gefunden wurden. Silex ist das typischen Material der Steinzeit zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen. Silex, auch Feuerstein genannt, war der "Stahl" der Steinzeit.

Werkzeug aus Silex und Feuersteinknollengefunden an der Quelle von Kermore
Bisher wurden zwei Gravuren entdeckt, die auf die Steinzeit schließen lassen. Es handelt sich um zwei kugelförmige Vertiefungen mit einem Durchmesser von 4 cm und 2 cm Tiefe. Eine dieser Vertiefungen weist einen kreisförmigen Rand im Abstand von ca. 10 cm auf. Der Rand setzt sich als gerade Vertiefung fort, der in einem kleinen Kreis endet. Seitlich befindet sich eine weitere halbkreisförmige Vertiefung. Ob es sich dabei um eine astronomische Darstellung handelt konnte noch nicht geklärt werden. Zur Verdeutlichung wurden die Gravuren mit weißer bzw. roter Kreide nachgezogen.



Gravuren an der Quelle von Kermore,mit weißer / roter Kreide markiert



Besonders mysteriös und deshalb schwer zuzuordnen ist ein massiver behauener Stein:

Der mysteriöse Menhir von Kermore



Bei der Reinigung des großen Beckens der Quelle von Kermore wurde ein großer behauener Stein gefunden. Er ist etwa 1,50 m lang, 75 cm breit und 50 cm tief. Sein Gewicht beträgt ca. 1 Tonne.Der Stein hat eine ungewöhnliche, abstrakte Form, die sehr unterschiedliche Interpretation zulässt.Das obere Drittel des Steins wird aus einem rechtwinkeligen Dreieck gebildet. Die längste Seite des Dreiecks ist seitlich abgeschrägt. Im unteren Drittel des Steins wurden ca. 7 cm abgetragen.Die abgeschrägte Spitze des Steins hat eine geglättete Oberfläche und ist bearbeitet. Die Abtragung im unteren Bereich weist ebenfalls auf eine bewusste Bearbeitung hin.Der Stein wirkt sehr wuchtig und vermittelt den Eindruck einer abstrakten Skulptur.Der Stein keltischen Ursprungs ist, wenngleich auch eine Bearbeitung in der Steinzeit nicht ausgeschlossen werden kann, da die Quelle von Kermore in verschiedenen Zeitaltern benützt und gestaltet wurde.Der Menhir hat Ähnlichkeiten mit einer Hand die auf zwei Arten interpretiert werden:Als Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger, oder als "Fingerfeige" bei der der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger geklemmt ist.Der nach oben gestreckte Arm und Zeigefinger (digitus salutaris) war im römischen Reich die gängige Begrüßungsgeste.Die "Fingerfeige", bei der der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger geklemmt ist, war im antiken Rom ein Fruchtbarkeits- und Glückssymbol. Als Amulett wurde die "mano in fica" auch zur Abwehr von bösem Zauber verwendet.Der Menhir könnte römischen oder keltischen Ursprungs sein. Naheliegend ist auch eine Bearbeitung in der Steinzeit. Die Bedeutung der Symbole ist im Dunkel der Zeit verborgen.