der Brunnen von Kermore, Gesamttext

Manfred La-Fontaine: die Rätsel des Steinzeitbrunnens von Kermore


Übersicht

Einleitung : die Rätsel des Steinzeitbrunnens von Kermore

der mysteriöse Menhir von Kermore


Ist das Steinherz von Kermore keltischen Ursprungs ?


Fundstücke an der Steinzeitquelle von Kermore

Keramik - Bandkeramik, Silex - Feuersteine

Gravuren und Schalensteine am Brunnen von Kermore und
in unmittelbarer Umgebung

Megalithen im Umkreis von 100 m

andere Megalith - Bauwerke in der Umgebung ( 1 - 5 km Entfernung)

Die Brunnen von Kermore

Der Brunnen von Kermore im Laufe der Jahrtausende

der Name Kermore

Position des Brunnens von Kermore - Karte

FAQ

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Einleitung : die Rätsel des Steinzeitbrunnens von Kermore

Der prähistorische Brunnen von Kermore ist im Morbihan , in der Nähe der Stadt Séglien auf der Landstraße 782 von Pontivy zu Guemene-sur-Scorff an der Kreuzung , die Kermore zum Hof führt.

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Der Brunnen wird von Steinblöcken umgeben . Im Jahr 2008 wird ein großer geometrisch geschnittener Stein entdeckt, der zu vielen Interpretationen führt .

Nach dem aktuellen Stand der Forschungen von Manfred Keppeler war die Quelle von Kermore von neolithischen Megalithen umgeben. Die Steinblöcke sind verschachtelt und bilden drei Becken, in denen sich das Wasser sammelt.
Die verwendeten Megalithen wiegen bis zu 6 Tonnen.

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Der "Deckstein" wiegt ca. 45 Tonnen und ist wurde anscheinend nicht bewegt.
Es hat eine Aushöhlung, die eine Art "Dach" über der Quelle bildet.

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die drei Becken auf dem Kermore-Brunnen

Bisher wurde die prähistorische Quelle von Kermore keiner bekannten Kategorie zugeordnet. Es ist weder ein Dolmen noch ein Tumulus. Die Konstruktion ist mindestens 7000 Jahre alt.

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Wie viele andere megalithische Monumente wurde auch die Quelle von Kermore "christianisiert".
Etwa 7 Meter, auf der linken Seite des großen Steinblocks befindet sich die Hauptquelle.

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Diese Quelle wurde hauptsächlich verwendet, um die Umgebung mit frischem Quellwasser zu versorgen. Die Granitfassung ist etwa 200 Jahre alt. Die "Steinpyramide" wurde vor 60 Jahren errichtet.

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Ein weiterer Quellabfluss wurde vor etwa 30 Jahren gegraben wurde und befindet sich oberhalb der Hauptquelle im Nordwesten, etwa 25 Meter entfernt. Das Wasser aus dieser Quelle wurde verwendet, um das Vieh in der Nähe zu tränken.

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Eine Quelle mit bemerkenswerter Gesteinsformationen und zuverlässig, auch in heißen Sommern fliesendem Wasser, ist natürlich für die Menschen jeden Zeitalters von Interesse

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Gesamtansicht der Quelle von Kermore, Postition des Menhirs
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der mysteriöse Menhir von Kermore


Besonders schwer einzuordnen ist dieser massive, behauene Stein:

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Der mysteriöse Menhir von Kermore
Bei der Reinigung des Steinzeitbrunnes von Kermore im Jahre 2008 wurde ein großer behauener Menhir gefunden. Er ist etwa 1,50 m lang, 75 cm breit und 50 cm tief. Sein Gewicht beträgt ca. 500 kg . Der Stein hat eine ungewöhnliche, abstrakte Form, die sehr unterschiedliche Interpretation zulässt.

Das obere Drittel des Steins wird aus einem rechtwinkeligen Dreieck gebildet. Die dem rechten Winkel des Dreiecks gegenüber liegende Seite (Hypothenuse) ist zusätzlich seitlich abgeschrägt.
Die abgeschrägte Spitze des Steins hat eine geglättete Oberfläche. Die Dreiecksfläche war ursprünglich größer; an einer Seite des Dreiecks fehlt ein ca. 15 x 20 cm (?) großes Stück.

Im unteren Drittel des Steins wurde über die gesamte Breite des Steins Material abgetragen. Gesamtvolumen des abgetragenen Materials 50 cm x 70 cm x 7 cm = 0,245 qm. Diese umfänglich Steinbearbeitung ist ebenfalls ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Forum des Steins nicht natürlichen Ursprungs ist.


Die Rückseite des Steins ist flächig und weist keine erkennbaren Bearbeitung auf.

Der Stein wirkt sehr wuchtig und vermittelt den Eindruck einer abstrakten Skulptur.


Interpretationen:

Naheliegend ist zunächst eine Bearbeitung des Menhirs in der Steinzeit.
Direkt neben dem Stein, in 1 m Abstand, befindet sich ein horizontal liegender Stein der mehrere kreisförmige Vertiefungen aufweist. 70 m östlich, im Hof von Kermore, befindet sich ein Schalenstein der für die Steinzeit typische Bearbeitung aufweist.

In der keltischen Kultur gibt es Skulpturen aus Stein, aber auch deren Interpretation erweist sich als schwierig. Das sich neben dem Menhir befindliche Steinherz könnte jedoch ein Hinweis auf eine Bearbeitung durch keltische Steinmetze hinweisen. Nachgewiesen sind jedenfalls herzförmige Darstellungen der Kelten.

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Gravuren mit Kreide nachgezogen
"mano in fica"( "Fingerfeige") ?

Eine Bearbeitung des Menhirs und des Herzens durch römische Steinmetze ist wahrscheinlich. Der Brunnen von Kermore ist nur 200 m von der Römerstrasse Carhaix - Pontivy entfernt.

Die Form des Steins und die oberflächlichen Strukturen können als Hand interpretiert werden, wobei offen ist, ob es sich um eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger, oder um eine "Fingerfeige" handelt.

Der nach oben gestreckte Arm und Zeigefinger (digitus salutaris) war im römischen Reich die gängige Begrüßungsgeste.

Die "Fingerfeige", bei der der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger geklemmt ist, war im antiken Rom ein Fruchtbarkeits- und Glückssymbol. Als Amulett wurde die "mano in fica" auch zur Abwehr von bösem Zauber verwendet.

Durch eine C-14 Analyse (Radiocarbondatierung) von Pflanzenmaterial konnte nachgewiesen werden, dass der kleine Menhir 1680 ( + - 30 Jahre) umgeworfen wurden. Vermutlich wurde, ebenfalls in diesem Zeitraum, die große Steinformation, die sich 80 m süd-östlich vom Brunnen befindet, gesprengt.

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Menhir oder abstrakte Skulptur ? (Farblich veränderte Darstellung )
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Ist das Steinherz von Kermore keltischen Ursprungs ?


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Die "Herzform" hat nichts mit der Form des menschlichen Herzen zu tun. Es ist eher die abstrakte Darstellung der weiblichen Brust, oder des Gesäßes. Die ca. 30 000 Jahre alte Venus von Willendorf weist beispielsweise entsprechende Merkmale auf.
Die Menschen der Steinzeit waren mit diesen Formen vertraut, bzw. stellte sie auch dar. Möglicherweise wurde die Herzform nicht in der heutigen Weise, also mit der Spitze nach unten, sondern umgekehrt betrachtet.
Andere Interpretationen gehen davon aus, dass es sich bei der Herzform um stilisierte Feigen - oder Efeublätter handelt.

Aufgrund der Position und der klaren Formgebung des Steinherzens von Kermore kann mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass es sich lediglich um einen "bemerkenswerten Felsen" handelt. Wenn dem 3 m entfernten kleine Menhir die Forum einer Fingerfeige zugebilligt wird, dann wäre eine interessante Interpretation der gesamten Anlage möglich: Der Herzstein in Forum eines Feigenblattes und der Menhir in Forum einer Feige könnten als symbolhafte Darstellung der Liebe gesehen werden.

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Den Kelten war die Herzform bekannt war. Überliefert ist das Herstellung von herzförmigen Salzblöcken. (1
(1 Salzherzen als frühe Markenzeichen Von Hallstatt aus handelten die Kelten, die zweitweise ein Salzmonopol für große Teile Mitteleuropas innehatten, über weite Strecken mit dem „weißen Gold“, bis in die heutigen Länder Frankreich, Italien und Ungarn.[/I][/U]
Um den Absatz weiter zu fördern, wurden in Hallstatt (gleichsam ein früher Marken-Auftritt) auch
herzförmige Blöcke aus Salz
angefertigt. Das war nicht nur ein Gag, sondern auch ein Qualitätsnachweis. Wie Hofrat Dr. Anton Kern, Direktor der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien, erläutert, konnte für die von allen Seiten sichtbaren Herzen nur bestes Salz verwendet werden, https://www.revierpassagen.de/26329/.../20140821_1145

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Fundstücke an der Steinzeitquelle von Kermore

Keramik - Bandkeramik,

Bandkeramik am Brunnen von Kermore ?

Eine der spannendsten Fragen im Zusammenhang mit dem Brunnen von Kermore ist:

Kann dieses Bruchstück der sog. Bandkeramik zugeordnet werden ?

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Das Fragment ist 5 x 4 cm groß und durchschnittlich 8 mm dick. Die Bruchflächen weisen in der Mitte eine 2-3 mm breite, dunkle Verfärbung auf. Aufgrund der Wölbung kann auf eine Schale mit einem Durchmesser von 30 cm geschlossen werden.
Die Verzierung des Bruchstücks lässt sich vermutlich der sog. Bandkeramik zuordnen, woraus sich ein ungefähres Alter von 7.000 Jahren ergibt.


Einen kleiner Überblick über die bewegte Geschichte ergibt sich aus den am Brunnen und dessen Ablauf gefunden Tonscherben. Im Laufe der Jahrtausende gingen wohl einige Tonkrüge und Schalen zu Bruch. Die meisten Bruchstücke stammen überwiegend von sehr einfacher "grober" Keramik.
Einige Bruchstücke sind dagegen sehr dünn. Die ursprünglichen Gefäße waren nicht für den alltäglichen Gebrauch verwendbar, sondern wohl eher Opfergefäße.

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Silex - Feuersteine


Werkzeuge aus Silex am Brunnen von Kermore

Silex ist eine harte und gleichzeitig felxible Gesteinsart. Er auch als Feuerstein bezeichnet, da sich zur Erzeugung von Funken und damit zum Entzünden eines Feuers eignet. Silex war der Stahl der Steinzeit und wurde zur Herstellung der unterschiedlichsten Werkzeuge verwendet.

Im unmittelbaren Bereich des kleinen Menhirs wurden zwei Werkzeuge aus Silex gefunden. Sowie weitere Bruchstücke aus Silex. Außerdem verschiedene Werkzeuge aus Quarz.

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Gravuren und Schalensteine am Brunnen von Kermore und

in unmittelbarer Umgebung

Die bisher entdeckten Gravuren am Brunnen von Kermore befinden sich hauptsächlich auf einem Stein. Dieser Stein war bis vor wenige Jahre mit Erde bedeckt. Die Gravuren waren dadurch vor Verwitterung und Beschädigung geschützt. Es sind zwei kleine Schalen erkennbar, sowie Rinnen, eine ringförmige und eine halbkreisförmige Rille. Für die Gravuren gibt es vorläufig keine Interpretation. Weitere Gravuren befinden sich auf dem kleinen Menhir. ( -> kleiner Menhir )

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Napf- oder schalenförmige Vertiefungen
waren typisch für einen gewissen Abschnitt der Steinzeit. Schalen- oder Näpfchensteine wurden von 50 000 v. Chr bis in die Jungsteinzeit (4500 bis 1500 v. Chr.) gefertigt.


Ca. 50 m vom Brunnen von Kermore entfernt befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Gehöft von Kermore ein sehr schöner, großer Schalenstein. ( -> Schalenstein )

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Megalithen im Umkreis von 100 m


Im Umkreis von 100 m um den Brunnen von Kermore finden sich mehrere Megalithen .

Eine Gruppe von Steinblöcken befindet sich 80 m süd-östlich vom Brunnen. Zwei der Megalithen weisen tiefe Rillen auf, durch die das Abrutschen von Seilen beim Transport verhindert wurde. Diese Vorrichtung war bereits in der Steinzeit bekannt. Die Steine wurden offensichtlich zu diesem Ort transportiert um sie dort aufzurichten bzw. um eine megalithische Anlage zu erstellen.

Auch diese Megalithen wurden vom christlichen Eifer nicht verschont. Durch eine C-14 Analyse (Radiocarbondatierung) von Pflanzenmaterial konnte nachgewiesen werden, dass der kleine Menhir am Brunnen von Kermore 1680 ( + - 30 Jahre) umgestürzt wurden.
Vermutlich wurden, ebenfalls in diesem Zeitraum, mindestens zwei der großen Steinblöcke gesprengt. An den Bruchstücken sind die zur Sprengung notwendigen Bohrlöcher deutlich erkennbar.

Die "heidnischen Bauwerke" wurden nicht nur gesprengt, sondern die Bruchstücke wurden vermutlich zusätzlich mittels eines Ochsengespanns "verteilt". Selbst jetzt, nach der Zerstörung, sind die massiven Steinblöcke beeindruckend.

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Seilrillen zum Transport der massiven Steinblöcke

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Ein weitere Megalith befindet sich im Hof von Kermore. Er ist 2 m hoch und 8 t schwer. Bis ins Jahr 1998 war er in horizontaler Position und fast vollständig mit Erde bedeckt. Er weist keine Gravuren oder sonstige Bearbeitungsspuren auf, beeindruckt aber durch seine regelmäßige Form.

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Im Hof der Mühle von Kermore befindet sich ebenfalls ein Menhir. Er ist etwa 2 m hoch. Hinter der Mühle lässt sich der früher benutzte Pfad zwischen der Mühle und dem Brunnen von Kermore erahnen. Für die Mühle wurde auch der Name Kermo'ch verwendet, was bedeutet "Haus am Wildschweinpfad".

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andere Megalith - Bauwerke in der Umgebung ( 1 - 5 km Entfernung)

Megalith - Bauwerke in der Umgebung von Kermore ( 1 - 5 km Entfernung)


In der Nähe von Kermore befinden sich zwei Steinzeitdenkmäler:

die Allee von Saint Nizon (Malguenac) ist nur 1 km entfernt.

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die Allee couverte von Cleguerec "Bot-er-mohed" ist ca. 5 km entfernt

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Die Brunnen von Kermore

Die Bezeichnung der Brunnen von Kermore ist nicht ganz exakt. Tatsächlich fließt das Wasser aus vier Brunnen. Der stärkste Wasserfluss ist am vermutlich auch ältesten Brunnen zu beobachten. Das Zuflußbecken besteht aus zwei massiven Steinblöcken und mehreren kleineren Steinblöcken die die Basis bilden.

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Direkt daneben ist ein Becken das mit massiven Granitsteinen eingefasst ist. Über diesem Becken befindet sich eine Steinpyramide mit einer rechteckigen Aussparung in der sich die Statue der hl. Anna befindet.

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Östlich, etwa 10 m vom Hauptbrunnen entfernt, befindet sich eine massiver Felsblock, unter dem sich ebenfalls das Wasser sammelt. Vor dem Felsen sind mehrere große Steinblöcke so ineinander verschachtelt, dass die 3 Bassins bilden.

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Etwa 20 m entfernt, in nordwestlicher Richtung, ist ein Brunnen, der erst vor wenigen Jahren gegraben wurde. Dieser Brunnen ist ringförmig von kleineren Steinbrocken umgeben.

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Es konnte beobachtet werden, dass die Hauptquelle auch in extrem trockenen Jahren frisches Wasser liefert. Ebenso trocken die vor dem Felsblock befindlichen Becken nicht aus. Allerdings ist der Wasserfluss sehr gering.
Auch die ältesten Tonscherben wurden ausschließlich im Abflussbereich des Hauptbrunnens gefunden wurden. Es ist davon auszugehen, dass auch vor Jahrtausenden dieser Brunnen in Gebrauch war.
Eine der ungeklärten Fragen bezieht sich auf die "Bassins" vor dem Hauptblock. Das sich der Wasserfluss der Brunnen im Laufe der Jahrtausende verändert hat, ist nicht sicher, dass sie früher dazu dienten, das Wasser zurück zu halten.

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Der Brunnen von Kermore im Laufe der Jahrtausende


Die Neuzeit in der Bretagne war leider auch die Zeit der Zerstörung der alten Bauwerke. Zahlreiche Tumuli, Dolmen und Menhire wurden "christianisiert" oder schlichtweg zerstört.
Auch die Megalithen von Kermore wurden nicht verschont. Durch eine C-14 Analyse
(Radiocarbondatierung) von Pflanzenmaterial konnte nachgewiesen werden, dass der kleine Menhir 1680 ( + - 30 Jahre) umgestürzt wurden.
Vermutlich wurde, ebenfalls in diesem Zeitraum, eine große Steinformation die sich 80 m süd-östlich vom Brunnen befindet, gesprengt. Aus den Bruchstücken könnten
zwei Menhire zusammengesetzt werden.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass bereits bei der Errichtung des Gehöfts von Kermore oder der Mühle von Kermore der neben dem Steinzeitmonument befindliche Brunnen mit massiven Granitblöcken verkleidet wurde. Aus diesem Brunnen wurde bis zum Ende das 19. Jhd. das Gehöft und die Mühle von Kermore mit Trinkwasser versorgt.

Wie aus anekdotenhaften Erzählungen zu entnehmen ist, gab es in diesem Zeitraum ein Ritual das bei Knochenerkrankungen hilfreich sein sollte. Dazu war es nötig das Steinzeitmonument dreimal zu umrunden. Interessant ist dabei, dass nicht der Brunnen mit der Graniteinfassung umrundet wurde, sondern der große Felsblock.

1960 wurde über der Graniteinfassung der Quelle eine Steinpyramide errichtete. In einer Aussparung der Pyramide befand, bzw. befindet sich immer noch, eine kleine Figur die die hl. Anna darstellt. Steinpyramide und Figur wurden im Rahmen einer religiösen Zeremonie eingeweiht.

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Die frühere Besitzerin von Kermore
berichtete, dass über einen längeren Zeitraum Prozession zu Ehren der hl. Anna durchgeführt wurden. Da das Terrain sehr feucht war, wurden vorhandene Vertiefungen in denen sich das Wasser sammelte, mit Erde aufgeschüttet. Die meisten Steine des Megalithbauwerks liesen sich ab diesem Zeitpunkt nur noch erahnen.

Etwa im selben Zeitraum wechselte die Mühle von Kermore den Besitzer. Da die Furt durch den naheliegenden Bach (Frétu) mit dem Auto nicht befahrbar war, entschloß sich der neue Besitzer zu verschiedenen Baumaßnahmen. Es wurde u. A. mit einem großen Bagger der Teich von Kermore ausgehoben und ein Damm mit einem regulierbaren Ablauf (Mönch) gebaut.
Das Wasser konnte mit dem neu angelegten, befahrbaren Damm angestaut werden und überflutete teilweise die vorher zum Gemüseanbau und als Viehweiden dienenden Flächen. Später führten die Baumaßnahmen, das Überfluten der Grundstücke und die neu eingerichtete Strasse zu heftigen Irritation zwischen den Nachbarn, die bis ins Jahr 2008 andauerten und die schließlich gerichtlich geklärt werden mussten.
Es ist auch anzunehmen, dass bei den maschinell durchgeführten Erdarbeiten zur Errichtung eines Teiches die Positionen von größeren Steinen verändert wurden. Ein nun auf dem Staudamm des Teiches befindlicher Steintisch wurde mit Sicherheit nicht über eine weite Strecke transportiert, sondern aus dem "herumliegenden Material" zusammengestellt.

Etwa 1970 hatte einer der Bewohner von Kermore den Eindruck, dass das Wasser im granitgefassten Brunnen nicht mehr sauber genug war "um damit Suppe zu kochen". Er grub deshalb 30 m nord-westlich der ursprünglichen Quelle nach Wasser. Den neuen Brunnen deckte er mit Maschendraht ab um Tiere fern zu halten. Das Abgraben des Wasser führte vermutlich endgültig zum Versiegen des Wassers im direkten Bereich des zentralen Felsens.

Aus der Distanz betrachtet, erscheinen die Aktivitäten der Anwohner fragwürdig. Aber, während das Interesse an Dolmen oder Menhiren sich nach Steinzeit, spätestens nach der Zeit Kelten , darauf beschränkte diese als Baumaterial zu verwenden, war der Brunnen von Kermore fortwährend von praktischem Nutzen und dementsprechend in Gebrauch.
Zunächst war der große Felsen und das auch im Sommer ausreichend vorhandene frische Wasser die ideale Voraussetzung für einen Lagerplatz. Im Laufe der Jahrtausende fanden dann verschiedene Baumaßnahmen statt, über deren tatsächliches Ausmaß nur spekuliert werden kann.

Ein gute Vorstellung über die bewussten Zerstörungen erhält man in der gegenüberliegenden Steingruppe auf dem Gebiet der Gemeinde Saint-Nizon / Malguenac. Hier wurden ganz offensichtlich große, wahrscheinlich aufrecht stehende Steinblöcke, schlichtweg in Stücke gesprengt. Nicht um Steine für den Hausbau zu erhalten, nein, es wurde gesprengt um zu zerstören und die Bruchstücke liegen demzufolge immer noch herum.

Einen kleiner Überblick über die bewegte Geschichte ergibt sich aus den am Brunnen und dessen Ablauf gefunden Tonscherben. Im Laufe der Jahrtausende gingen wohl einige Tonkrüge zu Bruch:


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der Name Kermore

der Name Kermore stammt aus der bretonischen Sprache


Die bretonische Sprache lässt mehrere Bedeutungen des Wortes Kermore zu. Ker ist die Bezeichnung für Ort, Dorf oder Weiler. Bei -more gibt es unterschiedliche Deutungen, von groß bis bedeutend.

Somit sind mögliche Übersetzung von Kermore : "großes Dorf " oder "bedeutender Ort" .

Da Kermore nur aus wenigen Gebäuden bestand / besteht, kann Kermore mit "bedeutender Ort" übersetzt werden. Die bretonische Namensgebung bezog sich wahrscheinlich auf die frühere, große Bedeutung des Ortes.


Variationen des Namens Kermore : Kermor, Kermör, Kenmor, Kerm'och, Kermoré, Cermor, Cermore, Cermoré, Kermoch, Kermogh, Ker-mor, Ker-more,

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Position des Brunnens von Kermore - Karte


Der Brunnen von Kermore ( La Fontaine de Kermore )

kann bei Google maps gefunden werden.

Karte

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FAQ

Warum wurde der Brunnen erst jetzt entdeckt ?

Bis vor ca. 10 Jahren waren die meisten Steine nicht oder nur oberflächlich erkennbar. 2008 wurden die Steine gesäubert und dabei auch lockere Erde oberflächlich entfernt. Erst dadurch wurden erkennbar, dass es sich nicht um eine natürliche Ansammlung von Felsen handelt.


Auf welches Alter wird der Brunnen von Kermore datiert ?

Aufgrund der Gravuren und Fundstücke kann von einem Alter von mehr als 7000 Jahren ausgegangen werden.
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